
Zukunft hautnah erleben: Informatik-Exkursion zur Embedded World 2026
Am 10. März 2026 verwandelte sich die Lernumgebung der Klasse BFS IT der Berufsschule 2 Aschaffenburg für einen Tag in das pulsierende Zentrum technologischer Innovation. Die Schülerinnen und Schüler begaben sich auf eine Exkursion zur „Embedded World“ nach Nürnberg – einer der weltweit bedeutendsten Fachmessen für eingebettete Systeme.
„Wie, wo, was, wohin soll es gehen?“ – Mit dieser motivierenden Fragestellung startete die Klasse in den Tag. Entgegen der Vermutung, dass man als Schüler morgens länger im Bett bleiben darf, hieß es: Früh aufstehen! Um 7:16 Uhr setzte sich die Gruppe mit dem Zug RE55 in Richtung Nürnberg in Bewegung. Dass eine solche Reise auch Flexibilität erfordert, bewies bereits die Hinfahrt: Aufgrund eines Schadens an einem vorausfahrenden Güterzug verzögerte sich die Anreise um 11 Minuten. Für die begleitenden Lehrkräfte, die stellvertretende Schulleiterin StDin Dr. Tatiana Neugebauer und den Lehrer Robert Adelhelm, bot dies die Gelegenheit, ein praxisnahes Szenario – „Anschlusszug nicht erreicht“ – gemeinsam mit der Klasse durchzuspielen.
Was bedeutet eigentlich „Embedded“?
Die Embedded World, die seit 2003 existiert, ist die zentrale Plattform der Industrie für eingebettete Systeme. Doch was verbirgt sich dahinter? „Embedded Systems“ oder eingebettete Systeme sind Computer-Einheiten, die fest in ein übergeordnetes System integriert sind – sei es in einem modernen Fahrzeug, industriellen Fertigungsrobotern oder Medizintechnik. Die Messe deckt dabei das gesamte Spektrum ab: von Hardware, Software und Tools bis hin zu komplexen Systemdienstleistungen. Für die Schüler der BFSIT10 war es eine einmalige Gelegenheit, die Schnittstelle zwischen Hardware-Entwicklung und Software-Applikationen im industriellen Maßstab zu erleben.
Globaler Austausch: „Oh, das ist ja Englisch!“
Dass die Welt der Technik keine Grenzen kennt, wurde den Schülern spätestens bei den ersten Expertengesprächen bewusst. Die Embedded World ist eine internationale Fachmesse, auf der Englisch die dominierende Arbeitssprache ist. Viele Diskussionen an den Ständen erforderten nicht nur technisches Verständnis, sondern auch fundierte Englischkenntnisse. Die Schülerinnen und Schüler nahmen diese Herausforderung sportlich an und erkannten schnell: Sprachkompetenz ist der Schlüssel, um Zugang zu globalen technologischen Netzwerken zu erhalten – ein wertvolles Erlebnis für ihre berufliche Zukunft.

Praxisnahe Vorbereitung als Schlüssel zum Erfolg
Die Zeit im Zug wurde genutzt: Neun Schülerinnen und Schüler widmeten sich den detaillierten Arbeitsaufträgen, die Robert Adelhelm – bereits zum dritten Mal Organisator dieser Fachmesse-Exkursion – akribisch vorbereitet hatte. Mit Blick auf 1263 Aussteller aus 43 Ländern an knapp 1300 Messeständen war eine strategische Planung essenziell. Die Schüler nutzten ihre Bahnfahrt, um Hallenpläne zu sichten und sich zielgerichtet auf die Bereiche zu fokussieren, die ihren Lernschwerpunkten entsprachen.
Einblicke in die Welt der Technik

Nach der Ankunft um ca. 10:45 Uhr und dem obligatorischen Gruppenfoto eröffnete sich den Schülern eine beeindruckende Welt der Technik:
Interaktive Robotik und Computer Vision: Besonders begeistert zeigten sich die Schüler von einem Roboter, der komplexe Sprachbefehle und Gesten wie den „Daumen hoch“ verarbeiten konnte. Auch ein Roboterhund, der mittels Kameratechnik Bewegungen scannte, verdeutlichte das enorme Potenzial moderner Sensorik.
Hardware-Plattformen: Von spezialisierten Mikrocontroller-Platinen bis hin zu Hochleistungs-Mainboards der Branchengrößen AMD, Intel und MSI konnten die Schüler die theoretischen Inhalte aus dem Unterricht an modernster Hardware live nachvollziehen.
Fachvorträge: Neben den Exponaten bot die Messe hochkarätige Fachgespräche. Themen wie die industrielle Netzwerktechnik bei Phoenix Contact, Gehäusekonzepte für Raspberry Pi oder die Gestaltung von Benutzeroberflächen (UI/UX) durch die QT Group boten tiefgehende Einblicke in aktuelle industrielle Standards.

Fazit und Ausblick
Begleitet wurden diese Entdeckungen von der stellvertretenden Schulleiterin, die die motivierte und engagierte Arbeitsweise der Klasse wertschätzend wahrnahm. Die Schülerinnen und Schüler bewiesen durch ihre strukturierte Arbeitsweise und ihr gezieltes Interesse an Inhalten durchaus ihre fachliche Reife.
Dieser Besuch der Embedded World war weit mehr als eine bloße Exkursion: Er schaffte die Verbindung zwischen theoretischem Schulwissen und der rasanten technologischen Entwicklung der Industrie. Für die Klasse BFSIT10 war es ein inspirierender Tag, der die Begeisterung für den Informatik-Beruf gestärkt hat – ein Format, das an der Berufsschule 2 in Aschaffenburg auch zukünftig einen festen Stellenwert einnehmen wird.
Ein besonderer Dank gilt Robert Adelhelm für die exzellente Organisation, die es den Jugendlichen ermöglichte, komplexe Systeme nicht nur zu sehen, sondern zu verstehen.
